Kind und Wald
Kind und Wald

Schmuddelwedda im Zauberwald

Was für ein "Schmuddelwetter"! Aber was soll man schon tun? Wir haben Omi und Opi zu Besuch und den ganzen Tag kann ich die Kinder auch nicht im Haus lassen. Also packten wir kurz nach dem Frühstück die Wickeltasche ein und zogen uns unsere schöne neue Regenkleidung an. Unser heutiger Ausflug sollte uns in Wälder führen, die viele von unseren Freunden und der Familie noch nicht kennen: Tschechien. Obwohl wir so grenznah wohnen, zieht es auch uns viel zu selten über die Grenze. Doch auch in Tschechien wartet unberührte Natur auf uns. 

Heute ging es nach Primda. Ein tschechischer Ort nicht weit vom Grenzübergang Waidhaus. Primda ist eine kleine schnuggelige Stadt mit einer neuen Touristeninfo. Kleiner Tipp: Dort gibt es freies Wlan und einen kleinen aber schönen Spielplatz. Wir hatten dort bereits bei unserem Ausflug in den Pilsener Zoo eine kleine Pause eingelegt.

Unser Ziel war die Burgruine von Primda. Von der Hauptstraße aus ging es gut ausgeschildert eine kleine Nebenstraße in Richtung Waldrand. Dort ließen wir das Auto stehen und machten uns an den Aufstieg zur Burg.

Den Kinderwagen haben wir im Auto gelassen, da die Schotterstraße und der Waldweg dafür ungeeignet waren. Machte aber nichts. So konnte ich wenigsten mit Carlotta kuscheln und sie bei diesem "Schmuddelwedda" im Manduca wärmen.

Der Weg zur Burg war einfach der Hammer. Ein wenig begangener Waldweg, der sich vorbei an Farmen, umgestürzten mit moosbewachsenen Bäumen und kleinen Steinhölen vorbeischlängelte.

Marie-Luise war begeistert und vermutete unter jeder Wurzel und hinter jedem Stein eine Fee. Kleine wilde Himbeeren wuchsen am Wegrand und wurden von Opi und Marie-Luise freudig verschlungen. Beim Aufstieg haben wir uns Zeit gelassen. Der Weg ist das Ziel. Jeder Stein musste erklommen und jede Blume bestaunt werden. Der Wald wirkte wie aus einer anderen Zeit. Nach gut einer halben Stunde hatten wir die Burgruine erreicht. Viel ist nicht mehr davon erhalten. Doch wie die Burg so im Nebel lag und der kalte Wind um unsere Nasen wehte, fühlten wir uns wie in Schottland.

Ein netter Mann vom Tourismus verband gab uns einen Infozettel über die Burg mit Lageplan und kurzer Geschichte. Doch Marie-Luise interessierten nur die großen Felsen, alte Zeugen längst vergangener Zeit. Kurzerhand waren Opi und sie hinaufgeklettert und waren dem Himmel ganz nah.

Nach kurzer Rast ging es dann wieder durch den verwunschenen Wald zurück zu den Autos. Dort angekommen hing uns der Magen schon bis zu den Füßen. Was für ein Glück, dass im Nachbardorf Rozvadov ein weitbekanntes Jagdrestaurant auf uns wartete.

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