Kind und Wald
Kind und Wald

Venedig mit Kindern

Sightseeing mit kleinen Kindern ist immer eine Herausforderung. Um ehrlich zu sein, fand ich es um einiges leichter, als die Kinder noch Babys waren. Während der Stadtbesichtigungen hatte ich sie immer im Tragetuch ganz nah bei mir. Das gefiel ihnen natürlich sehr und wenn sie Hunger bekamen, lockerte ich das Tuch ein wenig, sodass dasnKleine tiefer saß und konnte es so sogar in der Öffentlichkeit stillen. Doch nun sind meine Kinder Kindergartenkinder. In diesem Alter kann eine Stadttour schon einmal anstrengend werden.

Diesen Urlaub wagten wir uns nach Venedig und machten den Test: Ist Venedig kinderfreundlich?

Ich denke, dass vorallem die innere Einstellung der Eltern sehr wichtig ist. Mit Kindern kann man nicht so viel planen. Man muss seinen Besuch auf das Wichtigste beschränken und so wenig Wege zum Laufen wie nur möglich einplanen. Das ist in Venedig schon einmal ziemlich leicht. Wir Sind mit dem öffentlichen Booten der ACTV vom Festland nach Venedig übergesetzt. Noch am Festland hatten wir uns ein 24h-Ticket gelöst, mit dem man alle öffentlichen Wasserboote (Vaporetto) nach Venedig und in Venedig benutzten kann. Die Kinder durften sogar noch gratis mitfahren. Unser Boot legte am Markusplatz an. Von dort aus gingen wir gleich zum unseren Wasserbus der Linie 1. Diese Linie fährt den Canale Grande ab und hält an fast allen Haltepunkten. So spart man sich viele Wege.

 

Das Venedig der einfachen Leute

 

An der Haltestelle San Silvestro stiegen wir wieder aus unserem Wasserbus aus. Von dort aus folgten wir engen Gassen und dunklen Tunneln in Richtung Scuola Grande di San Rocco. Der besondere Charm dieses Stadtteils sind die morbiden Gebäude und dunklen Wege, die eine ganz andere Seite von Venedig zeigen. Hier ist nichts von all dem Prunk des Dogenpalastes zu sehen. Uns kommen immer wieder Venezianer mit Einkaufstüten entgegen, die in finsere Hauseingänge verschwinden. Wir haben das Gefühl ein Stück unberührtes Venedig gefunden zu haben. Dazu gehören auch die Müllschiffe, die mit ihren Kränen die Müllsäcke vom Ufer in ihren Bauch heben. Eine sehr spannende Sache für unsere Kinder. Nach wenigen Minuten treten wir aus dem Dunkel der verwinkelten Gassen heraus auf den den Campo San Polo und erreichen die Scuola Grande di San Rocco. Hier zeigt sich wieder der Glanz für den Venedig so bekannt ist. Beeindruckende Architektur und wunderschöne Malereien. Das kommt sogar bei den Kindern gut an.

 

Venedig von oben

Der Weg führt uns nun zur Rialtobrücke. Dort werfen wir einen Blick in den Fischmarkt. Die Kinder sind von dem Angebot überwältigt. Die lebenden Hummer sind schon eine spannende Sache. Doch lange halten wir uns hier nicht auf. Unser nächstes Ziel ist vorbei an der Rialtobrücke der Fodaco dei Tedeschi: Ein Luxus-Shopping-Tempel. Vorbei an Gucci und Prade gehen wir bis in den obersten Stock. Im Internet hatten wir uns einen gratis Zugang zur Dachterasse gebucht. Von dort aus hat man einen tollen Blick über die Stadt: Gratis und ganz ohne langes Anstehen.

Nach diesem Ausblick wird an der Rialtobrücke noch ein Eis geschleckt. Bis es dann über den Fischmarkt zum Wasserbus geht. Nächster Halt: Ein Spielplatz.

 
 

Mittagspause im Park

Vor unserem Ausflug hatte ich mir auf Google Maps Venedig digital angesehen und nach Parks mit Spielplätzen ausschau gehalten. Ich war angenehm überrascht, dass es doch so einige gibt. Mit dem Vaporetto kamen wir auch dort wieder ganz angenehm hin. Die Brotzeit hatte ich bereits im Hotel eingepackt. Auf dem Weg zur Scuola Grande di San Rocco hatte ich aber auch eine leckere “Bäckerei” mit Pizzen gefunden: Bäckerei Majer. Es gibt einige Filialen davon in Venedig. Nehmt euch beim Vorbeigehen einfach dort eure Mittagspause mit. Im Park können die Kinder ausgelassen spielen und wir Eltern machen auf einer Bank ganz gemütlich Pause.

 

Dogenpalast

Kein Besuch in Venedig ohne den Dogenpalast. Da wir in der Nebensaison da waren, gab es keine Schlange. Ansonsten lässt es sich empfehlen bereits online Tickets zu bestellen. Mit diesen kann man dann schon einmal eine lange Schlange überspringen. Selbst unsere Jüngste fand den Palast toll. Wo sonst kann man schon goldene Treppen und Mamorfiguren in dieser Fülle sehen? Doch das Gefägnis war wohl die Hauptattraktion. Welches Kind mag nicht ein wenig Grusel?

 

Giardini della Biennale

Der Abschluss unserer Tour führt uns in den Gardini della Biennale und das nahegelegene Serra dei Giardini Nonsoloverde. In diesem Biocafé haben wir uns die letzte Stärkung für unsere Rückfahrt mit dem Boot geholt, während die Kinder im Garten toben.

 

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