Kind und Wald
Kind und Wald

 10 Dinge, die dein Kind im Waldkindergarten und beim Spielen in der Natur braucht

Ich weiß noch ganz genau, wie froh und stolz ich war, als ich meine Tochter im Waldkindergarten angemeldet hatte. Die Freude wich dann aber ganz schnell der Ungewissheit, welche Kleidung sie im Waldkindergarten brauche würde. Ich recherchierte stundenlang im Internet und war doch vollkommen verloren. Mittlerweile haben wir einige Monate Erfahrung und viele Tipps von Erzieherinnen und Eltern aus dem Waldkindergarten bekommen und sind so langsam passend ausgerüstet. Wenn du auch ratlos vor dem PC sitzt, dann solltest du jetzt unbedingt weiterlesen. Es wird dir bestimmt helfen und ein wenig Licht in den Kleiderjungle von Vaude, Jack Wolfskin & Co. bringen. Aber bitte bedenke, dass jedes Kind Kälte und Wärme anders empfindet und die Liste nur eine Orientierung bieten kann.

 

 

Rucksack: Der Rucksack sollte großgenug für eine Brotzeitbox und eine Thermoskanne (0,5L) sein. Schlaufen, an die Karabiner gehängt werden können, sind auch besonders praktisch. Die Schnallen sollten leicht von deinem Kind geöffnet werden können. Denk daran, dass auch mal dreckige Kleidung darin verstaut werden muss. Wir haben beispielsweise den Deuter Waldfuchs und sind sehr zufrieden damit. Leider war darin kein Regenschutz für die ganz nassen Tage. Den haben wir uns dann noch extra besorgt.

 

Matschhose / Hose: Leider haben wir uns am Anfang so richtig verkauft. Ich hatte Ausschau nach einer möglichst atmungsaktiven Hose gehalten. Die war am zweiten Dauerregentag dann auch schon vollkommen durchnässt. Leider helfen bei so einem Wetter nur diese Friesennerze oder Fischeranzüge, also Hosen aus Polyethylen. Die sind leider nicht atmungsaktiv, halten aber dem schlimmsten Wetter stand. Praktisch sind Latzhosen, da sie über die Jacke gezogen, diese auch noch abdichten und vor Schmutz schützen. Am Beinende sind Schlaufen, die das Hochrutschen verhindern, sehr praktisch. Da muss es auch keine teure Markenhose sein. Die Discounter bieten zu Saisonbeginn auch gute Hosen an. Im Winter sollte diese aber gefüttert sein.

Wenn es ganz kalt wird, braucht man dann aber schon eine Schneehose, die gut wärmt. Damit diese nicht gleich kaputtgeht, kommt dann einfach eine dünne Matschhose drüber. Die musst du dann aber schon gut eine Größe größer kaufen, sonst wird es zu eng. Bei den Schneehosen habe ich bisher nur Erfahrung mit LegoTec gemacht. Ich mag die Marke, weil sie recht farbenfrohe Outdoor-Kleidung herstellt. Mit der Hose sind wir sehr zufrieden. Sie hält warm und hält sogar Regenschauer aus, die es durchaus auch im Winter geben kann.

An trockenen Frühling, Sommer und Herbsttagen haben wir die robuste Hose von Jako-o getestet und sind sehr zufrieden. Die hat echt jeden Spaß mitgemacht und muss nicht umständlich gewaschen werden.  

 

 

Mütze: Im Winter sind Sturmhauben sehr praktisch, da sie die Ohren und den Hals immer dicht umschließen und warmhalten. Wir haben die von Woolpower mit Merinowolle. Ein weicher Frotteeeinsatz verhindert Kratzen. Darüber bekommt unser Waldkind eine Wollfleece-Mütze von Pickapooh, die die Ohren gut umschließt und leicht wasserabweisend ist.  (wieso wasserabweisend? Man könnte auch eine Kapuze darüber ziehen? Jaha, aber auch an trockenen Tagen wühlt sich unser Waldkind durch den feuchten Waldboden und ist von oben bis unten mit Dreck eingesaut).

Um den Hals gibt’s dann noch ein Schlupfschal aus Fleece. Und schon ist das Kind obenrum warm angezogen. Im Frühling und an kalten Sommertagen gibt’s einfach ein Beanie auf den Kopf, das reicht.

 

 

Jacke: Die Jacke der äußersten Schicht muss nicht zwangsläufig wie die Hose absolut wasserundurchlässig sein. Dort macht sich auch eine atmungsaktive Jacke ganz gut. Diese sollte eine Kapuze haben, die bei Regen schnell übergezogen werden kann. Wir haben beispielsweise die „Hammerfest“ von Trollkids. Man sieht aber auch oft Finkid oder Vaude. Wer es bunt mag, sollte mal bei Ticket to Heaven oder Legotec schauen. Achte bei der Jacke auf die Wassersäule. Je höher sie ist, desto besser.

 

Handschuhe: Für die Brotzeit braucht dein Kind im Winter unbedingt einfache gestrickte Fingerhandschuhe. Unabdingbar sind Matschhandschuhe, wie man sie von Tells bekommt. Diese sind absolut wasserdicht und haben einen langen „Schaft“, damit sie nicht rutschen. Für ganz kalte Tage sind zusätzlich Fäustlinge zum darunterziehen von Vorteil.

Die 2. Schicht: Unter der obersten Schicht, die hauptsächlich gegen Nässe schützen soll, muss das Kind unbedingt wärmende Sachen tragen. Wir haben viel experimentiert: gefütterte Westen und Jacken, Fleecejacken, … Geeignet waren leider nur wenige Dinge. Im Herbst war ich mit einer wasser- und windabweisenden Fleecejacke zufrieden. Doch im Winter reicht das gar nicht. Alle künstliche Fasern fielen durch. Mittlerweile sind wir auf die altbewährten Wollprodukte umgestiegen. Die Omi hat eine kuschelige Strickjacke gestrickt. Darunter kommt ein Schurwollpullover. An ganz kalten Tagen mit Minusgraden gibt es noch einen Walkpullover als Zwischenschicht.

 

Die Jogginghosen sind bei uns im Winter aus Schurwolle. Sie lassen sich zwar schwer waschen. Aber die werden kaum dreckig und müssen deswegen nur selten gewaschen werden.

Im Herbst und Frühling reichen auch Jogginghosen aus Baumwolle.

 

Unterwäsche:  Das Material der Unterwäsche ist bei uns Baumwolle (Leggins und dünnes Langarmshirt) oder manchmal auch aus Merinowolle. Freilich wäre da auch Funktionsunterwäsche möglich.  

 

Die Odyssee auf der Suche nach den richtigen Schuhen für den Waldkindergarten wäre ein Blogartikel für sich wert. Auch hier gilt: Teuer ist nicht immer gut. Im Frühling, Sommer und Herbst an trockenen Tagen reichen einfache Wanderschuhe. Doch sobald es regnet oder feucht ist, braucht man Gummistiefel. Die sind leider ziemlich schwer. Das Profil sollte auch dem Gelände angepasst werden. Alle Blümchen und Peppa Wutz Gummistiefel wanderten gleich mal zurück in den Schuhschrank. Stattdessen kommen bei unserem Waldkind nur noch Gummistiefel aus „EVA“. Diese Gummistiefel sind super leicht und kälteisolierend. Die gibt es auch als gefütterte Variante mit herausnehmbaren Innenschuh aus Lammfell. So kann man sie auch im Winter bei Regenwetter anziehen. Wasserdichte Winterschuhe, die auch einen Tag im Waldkindergarten aushalten, habe ich endlich gefunden (Ja, auch Marken wie Jack Wolfskin und Kamik sind durchgefallen). Aber die von Viking sind wirklich super. Selbst meine kleine Frostbeule hat endlich warme Füße. Wir ziehen sie bei Minusgraden, wenn alles gefroren ist, an. Die Füße werden zusätzlich in warme Alpakasocken gekuschelt, weil diese viel Feuchtigkeit aufnehmen und den Fuß auch warm und trocken halten, falls mal Wasser durch den Schuh geht.

 

Brotzeitbox und Flaschen: Das ist zum Glück eine einfache Sache. Nehmt, was dem Kind gefällt und was es selbstständig öffnen kann. Im Winter braucht man eine gute Isoflasche.

 

Mit diesen 10 Dingen wird dein Kind schon mal ziemlich gut für den Waldkindergarten ausgerüstet sein. Zumindest ist das so bei meinem Waldkind. Hast du auch die ein oder andere Enttäuschung oder auch Überraschung bei Outdoorkleidung erlebt? Erzähl uns doch davon!

 

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