Kind und Wald
Kind und Wald

Ein neues Waldkind ist geboren

Marie-Luises erster Tag im Waldkindergarten

 

Ich bin stolz und traurig zugleich. Nach fast zwei Jahren Krippenzeit verlässt Marie-Luise das behütete Nest, um nun bei den "großen Kindern" (wie sie sagt) im Waldkindergarten zu spielen. Und mein Mamaherz schmerzt und platzt vor Stolz.

Ach, jetzt ist sie nicht mehr mein kleines Baby, sondern ein großes Kindergartenkind. Vorbei ist die Zeit, in der sie regelmäßig Mittagschlaf gemacht hat. Sie kann nun gut ohne Windeln auskommen, malt ihre ersten Kopffüßler, kann mit der Schere schneiden und erklärt mir die Welt, wie sie sie sich vorstellt.

In den ersten Tagen wird Johannes sie noch begleiten und ihr bei der Eingewöhnung helfen. Das tröstet mich ein wenig. Die Schnuppertage im Juni und Juli verliefen ja auch ganz gut. Was soll also schon passieren? Und trotzdem ist da die Sorge, ob sie sich in der neuen Gruppe zurechtfinden wird. Ob sie eine innige Beziehung zu ihren Erzieherinnen aufbauen wird und ob sie bald Freunde finden wird.

 

Marie-Luise hingegen hat da keine Bedenken. Freudestrahlend brachte sie mir heute morgen ihren neuen Waldrucksack - einen Waldfuchs von Deuter. "Mama, der Fuchs möchte in den Wald. Er sucht seine Mama", erklärte mir Marie-Luise und selbstverständlich müsse sie ihn begleiten. Er sei ja noch so klein.

"Nein, ich möchte meine Wickie-Flasche mitnehmen!", protestierte meine Große als ich ihr die Krippenflasche einpacken wollte. Nein, das ging natürlich gar nicht. Sie ist ja jetzt groß und möchte nun auch eine Flasche, die alle anderen großen Kinder haben.

Warm angezogen (wahrscheinlich viel zu warm für diesen sonnigen Tag, aber ich möchte ja nicht, dass sie frieren muss) und mit ihrem vollgepackten Rucksack ausgestattet, stiefelte sie dann los.

Nur noch ein schnelles Luftküsschen von ihr und dann war mein großes Kindergartenkind mit Papa an der Hand verschwunden.

 

 

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